09. Juli, 2026

HEILPFLANZEN

Wichtige Heilpflanzen im Überblick – Wirkung, Anwendung und Beispiele einfach erklärt

Was sind Phytopharmaka?

Kurz erklärt

Heilpflanzen liefern natürliche Wirkstoffe, die seit Jahrhunderten zur Vorbeugung, Linderung und Behandlung verschiedener Beschwerden genutzt werden. Heute bilden wissenschaftlich untersuchte Heilpflanzen die Grundlage vieler pflanzlicher Arzneimittel (Phytopharmaka). Moderne Phytotherapie verbindet traditionelles Wissen mit medizinischer Forschung und setzt gezielt auf Heilpflanzen, deren Qualität, Sicherheit und Anwendungsgebiete wissenschaftlich bewertet wurden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Heilpflanzen enthalten natürliche Wirkstoffe mit medizinischer Bedeutung.
  • Viele Heilpflanzen bilden die Grundlage moderner pflanzlicher Arzneimittel (Phytopharmaka).
  • Die wissenschaftliche Evidenz unterscheidet sich je nach Heilpflanze und Anwendungsgebiet.
  • Heilpflanzen werden unter anderem bei Erkältungen, Schlafstörungen, Verdauungsbeschwerden und nervöser Unruhe eingesetzt.
  • Auch pflanzliche Arzneimittel aus Heilpflanzen können Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen verursachen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Heilpflanzen?

Heilpflanzen gehören zu den ältesten bekannten Naturheilmitteln der Menschheit. Bereits lange vor der Entwicklung moderner Arzneimittel nutzten verschiedene Kulturen Pflanzen zur Behandlung von Krankheiten, zur Linderung von Beschwerden und zur Förderung der Gesundheit. Viele dieser Erfahrungen wurden über Generationen weitergegeben und bilden bis heute die Grundlage der modernen Phytotherapie.

 

Als Heilpflanzen werden Pflanzen oder Pflanzenteile bezeichnet, deren Inhaltsstoffe gesundheitlich genutzt werden können. Verwendet werden beispielsweise Blätter, Blüten, Wurzeln, Rinden, Früchte oder Samen. Aus diesen Pflanzenteilen entstehen unterschiedliche pflanzliche Zubereitungen wie Tees, Tinkturen, ätherische Öle oder standardisierte Extrakte, die wiederum Bestandteil pflanzlicher Arzneimittel sein können.

 

Heute stehen Heilpflanzen nicht mehr ausschließlich für traditionelles Heilwissen. Zahlreiche Pflanzen werden wissenschaftlich untersucht, ihre Inhaltsstoffe analysiert und ihre Wirkmechanismen erforscht. Dadurch lässt sich für viele Heilpflanzen beurteilen, bei welchen Beschwerden sie eingesetzt werden können und welche Risiken oder Einschränkungen zu beachten sind.

 

Die moderne Pflanzenheilkunde verbindet damit jahrhundertealte Erfahrung mit den Erkenntnissen der Pharmakologie, Pharmakognosie und klinischen Forschung. Heilpflanzen bilden heute die Grundlage zahlreicher Phytopharmaka und sind sowohl in der ärztlichen Praxis als auch in der Selbstmedikation fest etabliert.

Definition von Heilpflanzen

Heilpflanzen sind Pflanzen, deren natürliche Inhaltsstoffe zur Vorbeugung, Linderung oder Behandlung gesundheitlicher Beschwerden verwendet werden können.

 

Der Begriff umfasst sowohl einheimische als auch weltweit vorkommende Pflanzenarten, deren Blätter, Blüten, Wurzeln, Früchte, Samen oder Rinden medizinisch nutzbare Inhaltsstoffe enthalten. Zu den wichtigsten Wirkstoffgruppen gehören unter anderem Flavonoide, ätherische Öle, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Schleimstoffe und Saponine. Je nach Pflanze unterscheiden sich Zusammensetzung und Konzentration dieser Stoffe erheblich.

 

Einfach erklärt liefern Heilpflanzen die pflanzlichen Wirkstoffe, aus denen zahlreiche pflanzliche Arzneimittel hergestellt werden. Gleichzeitig werden manche Heilpflanzen auch als Tee oder andere pflanzliche Zubereitung verwendet. Ob eine Pflanze medizinisch eingesetzt wird, hängt jedoch nicht allein von ihrer traditionellen Nutzung ab. In der modernen Phytotherapie spielen vor allem Heilpflanzen eine Rolle, deren Qualität, Sicherheit und Anwendungsgebiete wissenschaftlich untersucht wurden.

 

Damit unterscheiden sich Heilpflanzen deutlich von gewöhnlichen Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln. Während diese häufig der allgemeinen Ernährung dienen, werden Heilpflanzen gezielt aufgrund ihrer pharmakologisch relevanten Inhaltsstoffe eingesetzt.

Phytopharmaka auf einen Blick

Merkmal

Beschreibung

Pflanzenart

Grundlage

Verwendung

Wissenschaftliche Basis

Ziel

Pflanzen mit medizinisch nutzbaren Inhaltsstoffen

Natürliche pflanzliche Wirkstoffe

Phytopharmaka, Tees, Extrakte, Salben und weitere pflanzliche Zubereitungen

Pharmakologie, Pharmakognosie, klinische Studien und medizinische Forschung

Vorbeugung, Linderung und Behandlung gesundheitlicher Beschwerden

Phytopharmaka
Phytopharmaka

Wie wirken Heilpflanzen?

Die Wirkung von Heilpflanzen beruht auf ihren natürlichen Inhaltsstoffen. Anders als viele synthetische Arzneimittel enthalten Heilpflanzen meist nicht nur einen einzelnen Wirkstoff, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Pflanzenstoffe, die gemeinsam zur Gesamtwirkung beitragen können.

 

Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen gehören Flavonoide, ätherische Öle, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Schleimstoffe, Saponine sowie zahlreiche weitere sekundäre Pflanzenstoffe. Welche Stoffe enthalten sind und in welcher Konzentration sie vorkommen, hängt von der jeweiligen Heilpflanze, dem verwendeten Pflanzenteil und der Art der Verarbeitung ab.

 

In der wissenschaftlichen Literatur wird häufig vom sogenannten Vielstoffgemisch gesprochen. Gemeint ist damit das Zusammenspiel verschiedener Inhaltsstoffe innerhalb einer Heilpflanze. Dieses Zusammenwirken wird als wesentlicher Unterschied zwischen vielen pflanzlichen Arzneimitteln und Arzneimitteln mit einem einzelnen isolierten Wirkstoff angesehen.

 

Damit pflanzliche Arzneimittel eine gleichbleibende Qualität besitzen, werden Heilpflanzen sorgfältig ausgewählt, kontrolliert und verarbeitet. Moderne Herstellungsverfahren ermöglichen standardisierte Extrakte, deren Zusammensetzung weitgehend reproduzierbar ist. Dadurch lassen sich Qualität und Anwendung deutlich besser beurteilen als bei nicht standardisierten Pflanzenprodukten.

 

Wie gut die Wirkung einer Heilpflanze wissenschaftlich belegt ist, unterscheidet sich jedoch erheblich. Während Heilpflanzen wie Kamille, Baldrian oder Thymian seit Jahrzehnten intensiv erforscht werden, ist die Studienlage bei anderen Pflanzen begrenzter. Deshalb erfolgt die wissenschaftliche Bewertung jeder Heilpflanze individuell anhand der verfügbaren pharmakologischen und klinischen Daten.

Anwendung von Heilpflanzen

Die Anwendung von Heilpflanzen umfasst heute zahlreiche gesundheitliche Beschwerden und reicht von der Selbstmedikation bis zur ärztlich begleiteten Behandlung. Voraussetzung ist stets, dass eine Heilpflanze entsprechend ihres wissenschaftlich untersuchten oder traditionell anerkannten Anwendungsgebiets verwendet wird. Dabei kommt es nicht nur auf die Auswahl der richtigen Heilpflanze an, sondern auch auf die Darreichungsform, die Dosierung und die Qualität des jeweiligen Präparats.

 

In der modernen Phytotherapie werden Heilpflanzen überwiegend in Form standardisierter pflanzlicher Arzneimittel eingesetzt. Je nach Anwendungsgebiet können sie aber auch als Tee, Tinktur, Flüssigextrakt, Trockenextrakt, Salbe oder ätherisches Öl zur Anwendung kommen. Welche Zubereitung geeignet ist, hängt von der jeweiligen Heilpflanze und dem vorgesehenen Einsatzbereich ab.

 

Besonders häufig werden Heilpflanzen bei leichteren oder vorübergehenden Beschwerden eingesetzt. Viele Menschen greifen beispielsweise bei Erkältungen, Verdauungsbeschwerden, Schlafstörungen oder nervöser Unruhe zunächst zu pflanzlichen Arzneimitteln. Ärztinnen und Ärzte sowie Apothekerinnen und Apotheker beraten dabei, welche Präparate aufgrund ihrer Zusammensetzung und wissenschaftlichen Bewertung für das jeweilige Beschwerdebild geeignet sind.

 

Welche Heilpflanze verwendet wird, richtet sich immer nach ihren Inhaltsstoffen und dem zugelassenen oder wissenschaftlich untersuchten Anwendungsgebiet. Moderne Phytotherapie bedeutet daher nicht, möglichst viele Beschwerden mit einer einzigen Pflanze zu behandeln. Vielmehr wird jede Heilpflanze gezielt dort eingesetzt, wo ihre Eigenschaften und die verfügbare Evidenz eine sinnvolle Anwendung unterstützen.

Häufige Anwendungsgebiete von Heilpflanzen

Beschwerde

Häufig eingesetzte Heilpflanzen*

Erkältung und Husten

Schlafstörungen

Nervosität und innere Unruhe

Verdauungsbeschwerden

Blasenbeschwerden

Wechseljahresbeschwerden

Thymian, Efeu, Pelargonium

Baldrian, Hopfen, Passionsblume

Melisse, Lavendel, Baldrian

Kamille, Pfefferminze, Kümmel

Bärentraubenblätter (je nach Anwendung)

Je nach Präparat unterschiedliche Heilpflanzen

*Die tatsächliche Anwendung richtet sich immer nach dem jeweiligen zugelassenen Arzneimittel und dessen Indikation.

Heilpflanzen oder Arzneipflanzen – wo liegt der Unterschied?

Die Begriffe Heilpflanzen und Arzneipflanzen werden im Alltag häufig gleichbedeutend verwendet. Tatsächlich gibt es jedoch einen kleinen, aber wichtigen Unterschied.

 

Der Begriff Heilpflanze beschreibt allgemein Pflanzen, deren Inhaltsstoffe zu gesundheitlichen Zwecken genutzt werden können. Er umfasst sowohl traditionell verwendete als auch wissenschaftlich untersuchte Pflanzen und ist deshalb der geläufigere Begriff.

 

Arzneipflanzen bezeichnet dagegen Heilpflanzen, die gezielt zur Herstellung pflanzlicher Arzneimittel verwendet werden. Für sie gelten hohe Anforderungen an Identität, Reinheit, Qualität und Verarbeitung. Die verwendeten Pflanzenteile dienen als Ausgangsstoffe für standardisierte Extrakte oder andere pflanzliche Zubereitungen, die anschließend in Phytopharmaka eingesetzt werden.

 

Kurz gesagt: Jede Arzneipflanze ist eine Heilpflanze – aber nicht jede traditionell genutzte Heilpflanze wird heute zur Herstellung wissenschaftlich bewerteter Arzneimittel verwendet.

Unterschied zwischen Heilpflanzen und Phytopharmaka

Auch die Begriffe Heilpflanzen und Phytopharmaka werden häufig verwechselt. Tatsächlich beschreiben sie unterschiedliche Dinge.

 

Heilpflanzen sind die natürlichen Pflanzen beziehungsweise Pflanzenteile, deren Inhaltsstoffe medizinisch genutzt werden können.

 

Phytopharmaka sind die daraus hergestellten pflanzlichen Arzneimittel. Sie enthalten pflanzliche Wirkstoffe oder standardisierte Pflanzenextrakte und werden nach pharmazeutischen Qualitätsstandards hergestellt. Erst durch definierte Herstellungsverfahren, Qualitätskontrollen und standardisierte Zusammensetzungen entstehen Arzneimittel, deren Eigenschaften reproduzierbar beurteilt werden können.

Heilpflanzen

Phytopharmaka

Natürliche Pflanze oder Pflanzenteil

Enthält natürliche Inhaltsstoffe

Ausgangsstoff

Grundlage der Phytotherapie

Pflanzliches Arzneimittel

Enthält standardisierte pflanzliche Wirkstoffe

Fertiges Arzneimittel

Medizinisch eingesetztes Produkt

Die Begriffe ergänzen sich also: Heilpflanzen liefern die natürlichen Wirkstoffe, aus denen Phytopharmaka hergestellt werden. Ohne Heilpflanzen gäbe es keine moderne Phytotherapie.

Welche Heilpflanzen sind besonders wichtig?

Weltweit sind mehrere tausend Pflanzen mit potenziell medizinischen Eigenschaften bekannt. In der modernen Phytotherapie spielt jedoch nur ein Teil davon eine Rolle. Entscheidend ist, ob zu einer Heilpflanze ausreichende wissenschaftliche Erkenntnisse über ihre Inhaltsstoffe, ihre Sicherheit und ihre therapeutischen Anwendungsgebiete vorliegen.

 

Zu den bekanntesten Heilpflanzen zählen unter anderem Kamille, Baldrian, Johanniskraut, Lavendel, Melisse, Thymian, Pfefferminze, Ginkgo, Passionsblume und Efeu. Sie gehören zu den am häufigsten verwendeten Arzneipflanzen in Europa und bilden die Grundlage zahlreicher pflanzlicher Arzneimittel. Viele dieser Pflanzen wurden über Jahrzehnte wissenschaftlich untersucht und sind Gegenstand internationaler Monographien.

 

Welche Heilpflanze im Einzelfall geeignet ist, hängt jedoch immer vom jeweiligen Beschwerdebild und dem vorgesehenen Anwendungsgebiet ab. Nicht jede Heilpflanze eignet sich für jede Person oder jede Erkrankung. Deshalb sollten pflanzliche Arzneimittel stets entsprechend ihrer Zulassung oder den Anwendungshinweisen verwendet werden.

Bekannte Heilpflanzen im Überblick

Heilpflanze

Typisches Anwendungsgebiet

Kamille

Baldrian

Johanniskraut

Lavendel

Ginkgo

Thymian

Pfefferminze

Passionsblume

Magen-Darm-Beschwerden, Entzündungen

Schlafstörungen, innere Unruhe

Leichte depressive Verstimmungen

Unruhe und Stress

Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen

Erkältung und Husten

Verdauungsbeschwerden

Nervöse Unruhe

Sind Heilpflanzen wissenschaftlich anerkannt?

Ja. Zahlreiche Heilpflanzen sind heute wissenschaftlich untersucht und bilden die Grundlage moderner pflanzlicher Arzneimittel. Für viele von ihnen liegen pharmakologische Untersuchungen, klinische Studien sowie wissenschaftliche Monographien vor, die Aussagen zu Qualität, Sicherheit, Dosierung und Anwendungsgebieten ermöglichen.

 

Die wissenschaftliche Bewertung erfolgt durch nationale und internationale Institutionen. Dazu zählen unter anderem die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), das Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie die European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP). Diese Einrichtungen prüfen kontinuierlich die verfügbare Evidenz und veröffentlichen Bewertungen zu zahlreichen Heilpflanzen und pflanzlichen Arzneimitteln.

 

Gleichzeitig gilt: Nicht jede Heilpflanze ist gleichermaßen gut untersucht. Während für Pflanzen wie Kamille, Baldrian, Johanniskraut oder Thymian eine vergleichsweise gute wissenschaftliche Datenlage besteht, befinden sich andere Heilpflanzen noch in der Forschung oder werden überwiegend aufgrund ihrer traditionellen Anwendung verwendet. Deshalb wird jede Heilpflanze einzeln bewertet und anhand der verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse eingeordnet.

 

Die moderne Phytotherapie verbindet damit traditionelles Wissen über Heilpflanzen mit den Methoden der evidenzbasierten Medizin. Ziel ist es, Nutzen und mögliche Risiken pflanzlicher Arzneimittel möglichst objektiv zu beurteilen und ihre Anwendung auf eine wissenschaftliche Grundlage zu stellen.

Vorteile und Grenzen von Heilpflanzen

Heilpflanzen sind ein wichtiger Bestandteil der modernen Phytotherapie und werden weltweit zur Behandlung unterschiedlichster Beschwerden eingesetzt. Viele ihrer Inhaltsstoffe wurden wissenschaftlich untersucht und bilden heute die Grundlage zahlreicher pflanzlicher Arzneimittel. Dadurch stehen für verschiedene Anwendungsgebiete qualitativ hochwertige Präparate mit definierten Inhaltsstoffen und klar beschriebenen Anwendungsbereichen zur Verfügung.

 

Zu den Vorteilen von Heilpflanzen gehört, dass für viele häufig verwendete Pflanzen umfangreiche Erfahrungen sowie wissenschaftliche Untersuchungen vorliegen. Gleichzeitig bieten standardisierte Phytopharmaka eine gleichbleibende Qualität und ermöglichen eine nachvollziehbare Dosierung. Dadurch unterscheiden sie sich deutlich von nicht standardisierten Pflanzenprodukten oder frei zusammengestellten Kräutermischungen.

 

Dennoch besitzen auch Heilpflanzen Grenzen. Nicht jede Pflanze eignet sich zur Behandlung jeder Erkrankung, und nicht für alle Heilpflanzen liegt eine gleich starke wissenschaftliche Evidenz vor. Darüber hinaus können auch pflanzliche Arzneimittel Nebenwirkungen hervorrufen oder mit anderen Medikamenten wechselwirken. Besonders bei chronischen Erkrankungen, während Schwangerschaft und Stillzeit oder bei der Einnahme mehrerer Arzneimittel sollte eine medizinische oder pharmazeutische Beratung erfolgen.

 

Aus diesem Grund sollten Heilpflanzen möglichst in Form qualitativ geprüfter pflanzlicher Arzneimittel angewendet und entsprechend der Packungsbeilage oder nach Rücksprache mit Ärztinnen, Ärzten oder Apothekerinnen und Apothekern verwendet werden.

Häufig gestellte Fragen

Was sind Heilpflanzen einfach erklärt?

Heilpflanzen sind Pflanzen, deren natürliche Inhaltsstoffe zur Vorbeugung, Linderung oder Behandlung gesundheitlicher Beschwerden genutzt werden können. Viele von ihnen bilden die Grundlage pflanzlicher Arzneimittel.

Welche Heilpflanzen sind am bekanntesten?

Zu den bekanntesten Heilpflanzen zählen unter anderem Kamille, Baldrian, Johanniskraut, Lavendel, Thymian, Pfefferminze, Melisse, Ginkgo, Passionsblume und Efeu.

Wie wirken Heilpflanzen?

Die Wirkung beruht auf den natürlichen Inhaltsstoffen der Pflanzen. Häufig tragen mehrere Pflanzenstoffe gemeinsam zur Wirkung eines pflanzlichen Arzneimittels bei. Dieses Zusammenspiel wird in der Pharmakologie als Vielstoffgemisch bezeichnet.

Sind Heilpflanzen wissenschaftlich anerkannt?

Ja. Für zahlreiche Heilpflanzen liegen wissenschaftliche Untersuchungen sowie Bewertungen durch Institutionen wie EMA, HMPC, ESCOP oder BfArM vor. Die Qualität der wissenschaftlichen Evidenz unterscheidet sich jedoch je nach Heilpflanze und Anwendungsgebiet.

Sind Heilpflanzen dasselbe wie Phytopharmaka?

Nein. Heilpflanzen sind die natürlichen Ausgangsstoffe. Phytopharmaka sind daraus hergestellte pflanzliche Arzneimittel mit definierten Qualitätsstandards und festgelegten Anwendungsgebieten.

Können Heilpflanzen Nebenwirkungen haben?

Ja. Auch Heilpflanzen und pflanzliche Arzneimittel können Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten verursachen. Deshalb sollten sie sachgerecht und entsprechend den Anwendungshinweisen verwendet werden.

Fazit

Heilpflanzen gehören zu den wichtigsten Grundlagen der modernen Phytotherapie und werden seit Jahrhunderten zur Behandlung und Linderung verschiedener Beschwerden eingesetzt. Heute stehen dabei nicht mehr ausschließlich traditionelle Erfahrungen im Mittelpunkt, sondern zunehmend wissenschaftliche Erkenntnisse über Inhaltsstoffe, Wirkmechanismen, Qualität und Sicherheit. Zahlreiche Heilpflanzen wurden intensiv untersucht und bilden die Grundlage moderner pflanzlicher Arzneimittel.

 

Gleichzeitig unterscheiden sich Heilpflanzen hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Evidenz, ihrer Anwendungsgebiete und ihrer Inhaltsstoffe zum Teil erheblich. Deshalb sollte ihre Anwendung nicht allein auf traditionellem Wissen beruhen, sondern sich an wissenschaftlich bewerteten Erkenntnissen und qualitativ hochwertigen Präparaten orientieren. Wer die wichtigsten Heilpflanzen kennt, kann auch die Möglichkeiten und Grenzen pflanzlicher Arzneimittel besser einordnen und ihre Bedeutung innerhalb der modernen Gesundheitsversorgung verstehen.

Quellen und weiterführende Informationen

Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA)

Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC)

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP)

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

PubMed

Cochrane Library

Fachliteratur zur Phytotherapie und Pharmakognosie

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche, pharmazeutische oder medizinische Beratung.

Werden Sie Teil von Phytopharmaka.org

 

Phytopharmaka.org entwickelt sich zu einer zentralen Wissens- und Branchenplattform für pflanzliche Arzneimittel. Wir freuen uns über den Austausch mit Ärzten, Apothekern, Wissenschaftlern, Herstellern, Fachgesellschaften und weiteren Akteuren aus dem Gesundheitswesen.

 

Sie möchten einen Fachbeitrag veröffentlichen, eine Studie vorstellen, Ihr Unternehmen präsentieren oder eine Kooperation besprechen? Dann freuen wir uns auf Ihre Nachricht. Einfach E-Mail an:

Was sind Phytopharmaka?
Phytopharmaka
Phytopharmaka
Was sind Phytopharmaka?
Phytopharmaka
Was sind Phytopharmaka?
Phytopharmaka
Phytopharmaka
Was sind Phytopharmaka?
Phytopharmaka
Phytopharmaka

Natürliche Pflanze oder Pflanzenteil

Enthält natürliche Inhaltsstoffe


Ausgangsstoff

Grundlage der Phytotherapie

Pflanzliches Arzneimittel

Enthält standardisierte pflanzliche Wirkstoffe

Fertiges Arzneimittel

Medizinisch eingesetztes Produkt

Kamille


Baldrian

Johanniskraut

Lavendel

Ginkgo


Thymian

Pfefferminze

Passionsblume

Magen-Darm-Beschwerden, Entzündungen

Schlafstörungen, innere Unruhe

Leichte depressive Verstimmungen

Unruhe und Stress

Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen

Erkältung und Husten

Verdauungsbeschwerden

Nervöse Unruhe

Was sind Phytopharmaka?
Phytopharmaka
Phytopharmaka
Was sind Phytopharmaka?

Pflanzenart


Grundlage


Verwendung



Wissenschaftliche Basis



Ziel

Pflanzen mit medizinisch nutzbaren Inhaltsstoffen

Natürliche pflanzliche Wirkstoffe

Phytopharmaka, Tees, Extrakte, Salben und weitere pflanzliche Zubereitungen

Pharmakologie, Pharmakognosie, klinische Studien und medizinische Forschung

Vorbeugung, Linderung und Behandlung gesundheitlicher Beschwerden

Phytopharmaka

Erkältung und Husten


Schlafstörungen


Nervosität und innere Unruhe

Verdauungsbeschwer-den

Blasenbeschwerden


Wechseljahresbe-schwerden

Thymian, Efeu, Pelargonium

Baldrian, Hopfen, Passionsblume

Melisse, Lavendel, Baldrian

Kamille, Pfefferminze, Kümmel

Bärentraubenblätter (je nach Anwendung)

Je nach Präparat unterschiedliche Heilpflanzen

Natürliche Pflanze oder Pflanzenteil

Enthält natürliche Inhaltsstoffe

Ausgangsstoff

Grundlage der Phytotherapie

Pflanzliches Arzneimittel


Enthält standardisierte pflanzliche Wirkstoffe

Fertiges Arzneimittel

Medizinisch eingesetztes Produkt

Kamille



Baldrian


Johanniskraut


Lavendel

Ginkgo


Thymian

Pfefferminze

Passionsblume

Magen-Darm-Beschwerden, Entzündungen

Schlafstörungen, innere Unruhe

Leichte depressive Verstimmungen

Unruhe und Stress

Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen

Erkältung und Husten

Verdauungsbeschwerden

Nervöse Unruhe