14. Juli, 2026
ARZNEIMITTEL
Kurz erklärt
Pflanzliche Arzneimittel sind Arzneimittel, deren Wirkstoffe ausschließlich aus Heilpflanzen gewonnen werden. Sie werden zur Vorbeugung, Linderung und Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt und unterliegen den gesetzlichen Anforderungen des Arzneimittelrechts. Viele Phytopharmaka sind wissenschaftlich untersucht und werden sowohl in der ärztlichen Praxis als auch in der Selbstmedikation angewendet.
1. Was sind pflanzliche Arzneimittel?
2. Die 10 bekanntesten pflanzlichen Arzneimittel im Überblick
3. Wie wirken pflanzliche Arzneimittel?
4. Anwendung pflanzlicher Arzneimittel
5. Pflanzliche Arzneimittel oder Hausmittel – wo liegt der Unterschied?
6. Unterschied zwischen pflanzlichen Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln
7. Welche Heilpflanzen stecken hinter den bekanntesten pflanzlichen Arzneimitteln?
8. Sind pflanzliche Arzneimittel wissenschaftlich anerkannt?
Pflanzliche Arzneimittel gehören heute zu den am häufigsten verwendeten Arzneimitteln im Bereich der Selbstmedikation. Gleichzeitig spielen sie auch in der ärztlichen Behandlung verschiedener Beschwerden eine wichtige Rolle. Vielen Menschen sind sie vor allem unter dem Begriff „Naturheilmittel“ bekannt. Tatsächlich handelt es sich jedoch um Arzneimittel, deren Herstellung, Qualität und Anwendung klar geregelt sind.
Pflanzliche Arzneimittel enthalten Wirkstoffe, die ausschließlich aus Heilpflanzen oder Pflanzenteilen gewonnen werden. Verwendet werden beispielsweise Blüten, Blätter, Wurzeln, Rinden, Früchte oder Samen. Aus diesen Pflanzenteilen entstehen unterschiedliche pflanzliche Zubereitungen wie Extrakte, Tinkturen oder ätherische Öle, die anschließend zu Arzneimitteln verarbeitet werden.
Anders als häufig angenommen besteht ein pflanzliches Arzneimittel nicht einfach aus einer getrockneten Heilpflanze. Moderne Phytopharmaka werden nach pharmazeutischen Qualitätsstandards hergestellt. Dabei werden die verwendeten Pflanzen sorgfältig ausgewählt, kontrolliert verarbeitet und hinsichtlich ihrer Qualität geprüft. Ziel ist es, Arzneimittel mit einer möglichst gleichbleibenden Zusammensetzung und definierten Eigenschaften herzustellen.
Pflanzliche Arzneimittel werden auch als Phytopharmaka bezeichnet und bilden die Grundlage der modernen Phytotherapie. Sie dienen der Vorbeugung, Linderung und Behandlung verschiedener Beschwerden und können – je nach Präparat – sowohl rezeptfrei als auch verschreibungspflichtig sein. Entscheidend ist immer das zugelassene oder registrierte Anwendungsgebiet des jeweiligen Arzneimittels.
Heute kommen pflanzliche Arzneimittel unter anderem bei Erkältungskrankheiten, Schlafstörungen, nervöser Unruhe, Verdauungsbeschwerden oder bestimmten Herz-Kreislauf-Beschwerden zum Einsatz. Für viele dieser Anwendungsgebiete stehen unterschiedliche Heilpflanzen zur Verfügung, deren Eigenschaften wissenschaftlich untersucht wurden. Welche Pflanze geeignet ist, hängt dabei immer von der jeweiligen Erkrankung und dem zugelassenen Arzneimittel ab.
Ein wesentliches Merkmal pflanzlicher Arzneimittel ist ihre Standardisierung. Während die Zusammensetzung eines selbst zubereiteten Kräutertees je nach Pflanze oder Zubereitung schwanken kann, enthalten zugelassene Phytopharmaka definierte pflanzliche Zubereitungen. Dadurch lassen sich Qualität und Zusammensetzung besser kontrollieren und die Anwendung nachvollziehbar beurteilen.
Trotz ihres natürlichen Ursprungs sind pflanzliche Arzneimittel nicht automatisch für jede Person geeignet. Wie andere Arzneimittel können auch sie Nebenwirkungen verursachen oder mit anderen Medikamenten wechselwirken. Deshalb sollten sie entsprechend der Packungsbeilage oder nach Rücksprache mit Ärztinnen, Ärzten oder Apothekerinnen und Apothekern angewendet werden.
Die Bedeutung pflanzlicher Arzneimittel hat in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen. Zahlreiche Heilpflanzen wurden intensiv wissenschaftlich untersucht und durch nationale sowie internationale Fachgremien bewertet. Dadurch gehören viele Phytopharmaka heute zu den etablierten Bestandteilen der modernen Gesundheitsversorgung.
Weltweit sind mehrere tausend Pflanzen als Heilpflanzen bekannt. In der modernen Phytotherapie werden jedoch nur diejenigen eingesetzt, deren Qualität, Sicherheit und Anwendungsgebiete ausreichend untersucht wurden. Viele dieser Heilpflanzen bilden die Grundlage zugelassener oder registrierter pflanzlicher Arzneimittel und gehören seit Jahren zu den am häufigsten verwendeten Phytopharmaka.
Zu den bekanntesten pflanzlichen Arzneimitteln zählen Präparate mit Johanniskraut, Baldrian, Ginkgo, Efeu, Thymian, Kamille oder Pfefferminze. Sie werden je nach Wirkstoff und zugelassenem Anwendungsgebiet bei unterschiedlichen Beschwerden eingesetzt – von Erkältungskrankheiten über Schlafstörungen bis hin zu Verdauungsbeschwerden oder nervöser Unruhe.
Nicht jede Heilpflanze eignet sich jedoch für jede Erkrankung. Moderne Phytotherapie bedeutet, dass pflanzliche Arzneimittel gezielt entsprechend ihrer wissenschaftlich untersuchten Anwendungsgebiete eingesetzt werden. Die Auswahl richtet sich daher nicht allein nach der Heilpflanze, sondern vor allem nach dem jeweiligen Arzneimittel und seiner Zulassung beziehungsweise Registrierung.
Johanniskraut
Baldrian
Ginkgo
Efeu
Thymian
Pelargonium
Kamille
Pfefferminze
Lavendelöl
Weißdorn
Leichte depressive Verstimmungen
Schlafstörungen und innere Unruhe
Kognitive Beeinträchtigungen*
Produktiver Husten
Erkältungskrankheiten
Akute Bronchitis
Magen-Darm-Beschwerden und Entzündungen
Verdauungsbeschwerden
Nervöse Unruhe und Angstzustände
Unterstützende Behandlung leichter Herzbeschwerden
*Die tatsächliche Anwendung richtet sich immer nach dem jeweiligen zugelassenen Arzneimittel und dessen Indikation.
Die Auswahl dieser zehn pflanzlichen Arzneimittel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie zählt jedoch zu den bekanntesten und wissenschaftlich am besten untersuchten Vertretern der modernen Phytotherapie. Zu vielen dieser Heilpflanzen liegen umfangreiche Monographien und Bewertungen internationaler Fachgremien sowie zahlreiche pharmakologische und klinische Untersuchungen vor.
Besonders bekannt ist Johanniskraut, das in zugelassenen Arzneimitteln bei leichten depressiven Verstimmungen eingesetzt wird. Baldrian und Lavendelöl gehören zu den klassischen pflanzlichen Arzneimitteln bei Schlafstörungen und nervöser Unruhe. Bei Erkältungskrankheiten kommen häufig Präparate mit Thymian, Efeu oder Pelargonium sidoides zum Einsatz, während Kamille und Pfefferminze seit Langem bei funktionellen Verdauungsbeschwerden verwendet werden. Ginkgo und Weißdorn besitzen dagegen speziellere Anwendungsgebiete und werden vor allem bei altersbedingten kognitiven Beeinträchtigungen beziehungsweise unterstützend bei leichten Herzbeschwerden eingesetzt.
Gemeinsam ist diesen Arzneimitteln, dass sie auf genau definierten pflanzlichen Wirkstoffen oder standardisierten Pflanzenextrakten beruhen. Dadurch unterscheiden sie sich deutlich von vielen frei verkäuflichen Pflanzenprodukten. Welche Wirkungen tatsächlich zu erwarten sind, hängt jedoch immer vom jeweiligen Arzneimittel, der Dosierung und dem zugelassenen Anwendungsgebiet ab. Deshalb sollten pflanzliche Arzneimittel nicht allein nach dem Namen der Heilpflanze ausgewählt werden, sondern entsprechend ihrer Zulassung und den Anwendungshinweisen verwendet werden.
Die Wirkung pflanzlicher Arzneimittel beruht auf den natürlichen Inhaltsstoffen der jeweiligen Heilpflanze. Anders als bei vielen synthetischen Arzneimitteln steht dabei häufig nicht ein einzelner isolierter Wirkstoff im Mittelpunkt. Vielmehr enthalten Heilpflanzen eine Vielzahl verschiedener Pflanzenstoffe, die sich in ihren Eigenschaften ergänzen können.
Zu diesen natürlichen Inhaltsstoffen gehören beispielsweise Flavonoide, ätherische Öle, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Schleimstoffe oder Saponine. Welche Stoffe enthalten sind, hängt von der jeweiligen Heilpflanze und dem verwendeten Pflanzenteil ab. Ebenso unterscheiden sich ihre Eigenschaften und die wissenschaftlich untersuchten Anwendungsgebiete.
In der Pharmakologie wird deshalb häufig von sogenannten Vielstoffgemischen gesprochen. Damit ist gemeint, dass die Eigenschaften eines pflanzlichen Arzneimittels häufig auf dem Zusammenspiel mehrerer Inhaltsstoffe beruhen. Dieses Zusammenspiel wird auch als Gesamtextrakt oder Wirkstoffkomplex bezeichnet und ist ein wesentliches Merkmal vieler Phytopharmaka.
Damit pflanzliche Arzneimittel eine gleichbleibende Qualität besitzen, werden die verwendeten Pflanzen sorgfältig ausgewählt, verarbeitet und standardisiert. Bereits der Anbau, der Erntezeitpunkt und das Herstellungsverfahren können die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe beeinflussen. Moderne Herstellungsverfahren sorgen deshalb dafür, dass die pflanzlichen Zubereitungen möglichst einheitliche Eigenschaften aufweisen.
Aus diesem Grund unterscheiden sich zugelassene pflanzliche Arzneimittel deutlich von selbst hergestellten Tees oder anderen Pflanzenzubereitungen. Während Arzneimittel definierte Extrakte mit kontrollierter Qualität enthalten, können Zusammensetzung und Konzentration eines Kräutertees je nach Pflanze, Herkunft oder Zubereitung erheblich variieren.
Wie gut die Wirkung eines pflanzlichen Arzneimittels wissenschaftlich belegt ist, unterscheidet sich von Heilpflanze zu Heilpflanze. Für einige Arzneipflanzen liegen zahlreiche pharmakologische Untersuchungen, klinische Studien und behördliche Bewertungen vor. Bei anderen ist die Datenlage begrenzter. Deshalb wird jedes pflanzliche Arzneimittel individuell bewertet und regelmäßig anhand neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse überprüft.
Die Anwendung pflanzlicher Arzneimittel umfasst heute eine Vielzahl gesundheitlicher Beschwerden und reicht von der Selbstmedikation bis zur ärztlich begleiteten Behandlung. Voraussetzung ist stets, dass ein pflanzliches Arzneimittel entsprechend seines zugelassenen oder registrierten Anwendungsgebiets eingesetzt wird.
Besonders häufig kommen pflanzliche Arzneimittel bei leichteren oder vorübergehenden Beschwerden zum Einsatz. Viele Menschen greifen beispielsweise bei Erkältungskrankheiten, Schlafstörungen, nervöser Unruhe oder Verdauungsbeschwerden zunächst zu einem Phytopharmakon. In vielen Fällen beraten Ärztinnen und Ärzte sowie Apothekerinnen und Apotheker bei der Auswahl geeigneter Präparate und berücksichtigen dabei unter anderem Alter, Begleiterkrankungen und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln.
Welche Heilpflanze verwendet wird, hängt von der jeweiligen Beschwerde und dem wissenschaftlich untersuchten Anwendungsgebiet ab. Moderne Phytotherapie bedeutet daher nicht, dass eine Heilpflanze möglichst vielseitig eingesetzt wird. Vielmehr besitzt jede Arzneipflanze eigene Eigenschaften und wird entsprechend der verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse gezielt angewendet.
Erkältung und Husten
Schlafstörungen
Nervöse Unruhe
Verdauungsbeschwerden
Leichte depressive Verstimmungen
Leichte Herzbeschwerden
Thymian, Efeu, Pelargonium
Baldrian, Lavendelöl
Baldrian, Lavendelöl
Kamille, Pfefferminze
Johanniskraut
Weißdorn
*Die tatsächliche Anwendung richtet sich immer nach dem jeweiligen zugelassenen oder registrierten Arzneimittel und dessen Anwendungsgebiet.
Pflanzliche Arzneimittel und Hausmittel beruhen zwar häufig auf denselben Heilpflanzen, unterscheiden sich jedoch deutlich hinsichtlich ihrer Herstellung, Qualität und Anwendung.
Hausmittel werden meist aus frischen oder getrockneten Pflanzen selbst zubereitet. Typische Beispiele sind Kräutertees, Inhalationen oder Wickel. Ihre Zusammensetzung kann je nach Herkunft der Pflanze, Erntezeitpunkt oder Zubereitung erheblich variieren. Auch die enthaltene Menge an wirksamen Pflanzenstoffen ist häufig nicht genau bekannt.
Pflanzliche Arzneimittel dagegen werden unter kontrollierten pharmazeutischen Bedingungen hergestellt. Die verwendeten Pflanzenextrakte besitzen eine definierte Qualität und werden nach festgelegten Standards geprüft. Dadurch enthalten sie möglichst gleichbleibende Mengen charakteristischer Inhaltsstoffe und erfüllen die gesetzlichen Anforderungen an Arzneimittel.
Ein weiterer Unterschied besteht in den Anwendungsgebieten. Während Hausmittel überwiegend auf traditioneller Erfahrung beruhen, werden pflanzliche Arzneimittel entsprechend ihrer Zulassung oder Registrierung eingesetzt. Je nach Präparat liegen darüber hinaus wissenschaftliche Untersuchungen oder Bewertungen durch Arzneimittelbehörden vor.
Kurz gesagt: Jedes pflanzliche Arzneimittel basiert auf Heilpflanzen – aber nicht jede Anwendung einer Heilpflanze ist automatisch ein pflanzliches Arzneimittel.
Pflanzliche Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel enthalten zwar teilweise ähnliche pflanzliche Inhaltsstoffe, verfolgen jedoch unterschiedliche Ziele und unterliegen verschiedenen gesetzlichen Regelungen.
Pflanzliche Arzneimittel dienen der Vorbeugung, Linderung oder Behandlung von Krankheiten und Beschwerden. Sie unterliegen dem Arzneimittelrecht und müssen definierte Anforderungen an Qualität und Sicherheit erfüllen. Je nach Zulassungsweg müssen außerdem Daten zur Wirksamkeit oder zur langjährigen medizinischen Anwendung vorliegen.
Nahrungsergänzungsmittel gelten dagegen rechtlich als Lebensmittel. Sie sollen die normale Ernährung ergänzen und dürfen keine Krankheiten behandeln oder entsprechende Heilversprechen machen. Auch wenn sie Pflanzenextrakte enthalten können, unterscheiden sie sich daher grundlegend von zugelassenen oder registrierten Phytopharmaka.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist diese Unterscheidung wichtig. Wer gezielt gesundheitliche Beschwerden behandeln möchte, sollte auf Arzneimittel achten und nicht allein auf pflanzliche Inhaltsstoffe. Ob ein Produkt als Arzneimittel zugelassen oder registriert ist, lässt sich unter anderem an der Kennzeichnung und den vorgeschriebenen Informationen in der Packungsbeilage erkennen.
Die bekanntesten pflanzlichen Arzneimittel basieren auf Heilpflanzen, die seit vielen Jahren medizinisch genutzt und wissenschaftlich untersucht werden. Dennoch unterscheiden sich ihre Inhaltsstoffe, Anwendungsgebiete und die Stärke der wissenschaftlichen Evidenz zum Teil erheblich.
Zu den bekanntesten Arzneipflanzen gehört Johanniskraut, das in zugelassenen Arzneimitteln bei leichten depressiven Verstimmungen eingesetzt wird. Baldrian zählt zu den klassischen Heilpflanzen bei nervöser Unruhe und Schlafstörungen. Ginkgo wird seit vielen Jahren wissenschaftlich untersucht und kommt – abhängig vom jeweiligen Arzneimittel – bei bestimmten kognitiven Beeinträchtigungen zum Einsatz.
Für Erkältungskrankheiten gehören Thymian, Efeu und Pelargonium sidoides zu den bekanntesten pflanzlichen Wirkstoffen. Bei Verdauungsbeschwerden werden häufig Kamille und Pfefferminze verwendet, während Lavendelöl vor allem bei Unruhe und Angstzuständen eingesetzt wird. Weißdorn besitzt eine lange Tradition in der unterstützenden Behandlung leichter Herzbeschwerden.
Obwohl diese Heilpflanzen seit vielen Jahren verwendet werden, unterscheiden sie sich deutlich hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe und ihrer wissenschaftlichen Bewertung. Manche Arzneipflanzen enthalten vor allem ätherische Öle, andere sind reich an Flavonoiden, Gerbstoffen oder Bitterstoffen. Diese unterschiedlichen Inhaltsstoffe tragen dazu bei, dass sich auch ihre Anwendungsgebiete voneinander unterscheiden. Aus diesem Grund kann eine Heilpflanze nicht beliebig durch eine andere ersetzt werden.
Gemeinsam ist den bekanntesten pflanzlichen Arzneimitteln, dass sie nicht aus der unverarbeiteten Pflanze bestehen. Stattdessen werden genau definierte Pflanzenteile verwendet und zu standardisierten Extrakten oder anderen pflanzlichen Zubereitungen verarbeitet. Erst diese kontrollierte Herstellung ermöglicht eine gleichbleibende Qualität und sorgt dafür, dass die Eigenschaften eines Arzneimittels möglichst reproduzierbar bleiben. Moderne Phytopharmaka unterscheiden sich deshalb deutlich von selbst hergestellten Pflanzenzubereitungen oder vielen Nahrungsergänzungsmitteln.
Welche Heilpflanze im Einzelfall geeignet ist, hängt immer von der jeweiligen Erkrankung, dem zugelassenen Anwendungsgebiet und den individuellen Voraussetzungen der Anwenderin oder des Anwenders ab. Deshalb sollten pflanzliche Arzneimittel ebenso sorgfältig ausgewählt werden wie andere Arzneimittel.
Ja. Viele pflanzliche Arzneimittel sind wissenschaftlich untersucht und gehören heute zu den etablierten Bestandteilen der modernen Phytotherapie. Für zahlreiche Heilpflanzen liegen pharmakologische Untersuchungen, klinische Studien und wissenschaftliche Monographien vor, auf deren Grundlage ihre Anwendung bewertet wird.
Die wissenschaftliche Beurteilung erfolgt durch nationale und internationale Institutionen. Dazu gehören unter anderem die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), das Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), die European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP) sowie die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese Einrichtungen bewerten die verfügbaren wissenschaftlichen Daten und veröffentlichen Monographien oder Empfehlungen zu einzelnen Heilpflanzen und deren Anwendungsgebieten.
Dabei gilt jedoch: Nicht jedes pflanzliche Arzneimittel verfügt über die gleiche wissenschaftliche Datenlage. Während einige Heilpflanzen seit Jahrzehnten intensiv erforscht werden und umfangreiche klinische Untersuchungen vorliegen, ist die Evidenz für andere Pflanzen begrenzter. Deshalb wird jedes pflanzliche Arzneimittel individuell bewertet und regelmäßig anhand neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse überprüft.
Auch innerhalb einer Heilpflanze können sich Unterschiede ergeben. Die wissenschaftliche Bewertung bezieht sich in der Regel auf genau definierte pflanzliche Zubereitungen oder Extrakte und nicht auf jede beliebige Form der Pflanze. Aus diesem Grund lassen sich Ergebnisse wissenschaftlicher Studien nicht ohne Weiteres auf Tees, Nahrungsergänzungsmittel oder andere Pflanzenprodukte übertragen.
Pflanzliche Arzneimittel verbinden traditionelles Wissen über Heilpflanzen mit modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen und pharmazeutischen Qualitätsstandards. Für viele Phytopharmaka liegen heute umfangreiche Daten zur Qualität, Sicherheit und Anwendung vor. Dadurch haben sie sich als wichtiger Bestandteil der Gesundheitsversorgung etabliert und werden sowohl in der Selbstmedikation als auch in der ärztlichen Praxis eingesetzt.
Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass zugelassene oder registrierte pflanzliche Arzneimittel unter kontrollierten Bedingungen hergestellt werden. Die verwendeten Pflanzenextrakte besitzen eine definierte Qualität und werden regelmäßig überprüft. Dadurch unterscheiden sie sich deutlich von nicht standardisierten Pflanzenprodukten oder selbst hergestellten Zubereitungen.
Dennoch besitzen auch pflanzliche Arzneimittel Grenzen. Nicht jede Heilpflanze ist gleich gut untersucht, und nicht jedes Präparat eignet sich für jede Erkrankung oder jede Person. Darüber hinaus können auch pflanzliche Arzneimittel Nebenwirkungen verursachen oder mit anderen Medikamenten wechselwirken. Ein bekanntes Beispiel ist Johanniskraut, das die Wirkung verschiedener Arzneimittel beeinflussen kann.
Aus diesem Grund sollten pflanzliche Arzneimittel immer entsprechend der Packungsbeilage oder nach Rücksprache mit Ärztinnen, Ärzten oder Apothekerinnen und Apothekern angewendet werden. Bei anhaltenden, unklaren oder schweren Beschwerden ersetzt die Selbstmedikation keine medizinische Diagnose oder Behandlung.
Pflanzliche Arzneimittel sind Arzneimittel, deren Wirkstoffe ausschließlich aus Heilpflanzen gewonnen werden. Sie dienen der Vorbeugung, Linderung oder Behandlung verschiedener Beschwerden und unterliegen den gesetzlichen Anforderungen des Arzneimittelrechts.
Zu den bekanntesten pflanzlichen Arzneimitteln zählen unter anderem Johanniskraut, Baldrian, Ginkgo, Efeu, Thymian, Kamille, Pfefferminze, Lavendelöl, Pelargonium und Weißdorn.
Ja. Für viele Heilpflanzen liegen pharmakologische Untersuchungen, klinische Studien und wissenschaftliche Bewertungen durch nationale und internationale Fachgremien vor. Die wissenschaftliche Evidenz unterscheidet sich jedoch je nach Heilpflanze und Anwendungsgebiet.
Nein. Pflanzliche Arzneimittel sind Arzneimittel mit einer medizinischen Zweckbestimmung. Nahrungsergänzungsmittel gelten rechtlich als Lebensmittel und dienen ausschließlich der Ergänzung der normalen Ernährung.
Ja. Auch pflanzliche Arzneimittel können Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln verursachen. Deshalb sollten sie entsprechend der Packungsbeilage oder nach fachlicher Beratung angewendet werden.
Ja. Viele pflanzliche Arzneimittel sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Es gibt jedoch auch pflanzliche Arzneimittel, die verschreibungspflichtig sind oder nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden sollten.
Pflanzliche Arzneimittel sind ein wichtiger Bestandteil der modernen Phytotherapie und verbinden traditionelles Wissen über Heilpflanzen mit wissenschaftlicher Forschung und pharmazeutischen Qualitätsstandards. Viele Phytopharmaka werden seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt und sind für bestimmte Anwendungsgebiete gut untersucht. Gleichzeitig unterscheiden sich die wissenschaftliche Evidenz und die zugelassenen Einsatzgebiete je nach Heilpflanze und Arzneimittel.
Wer pflanzliche Arzneimittel anwenden möchte, sollte deshalb auf zugelassene oder registrierte Präparate achten und sie entsprechend ihrer Fachinformation verwenden. So lassen sich die Möglichkeiten der Phytotherapie sinnvoll nutzen, ohne ihre Grenzen aus dem Blick zu verlieren. Ein grundlegendes Verständnis der bekanntesten pflanzlichen Arzneimittel erleichtert zudem die Einordnung von Heilpflanzen, Phytopharmaka und deren Bedeutung für die moderne Gesundheitsversorgung.
Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA)
Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC)
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP)
Weltgesundheitsorganisation (WHO)
PubMed
Cochrane Library
Fachliteratur zur Phytotherapie und Pharmakognosie
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche, pharmazeutische oder medizinische Beratung.
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Erkältung und Husten
Schlafstörungen
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