16. Juli, 2026
ARZNEIMITTEL
Kurz erklärt
Pflanzliche Arzneimittel wirken durch die natürlichen Inhaltsstoffe von Heilpflanzen. Anders als viele synthetische Medikamente enthalten sie meist eine Vielzahl verschiedener Pflanzenstoffe, die gemeinsam zur therapeutischen Wirkung beitragen können. Moderne Phytopharmaka werden standardisiert hergestellt und ihre Qualität, Sicherheit sowie – je nach Anwendungsgebiet – auch ihre Wirksamkeit werden wissenschaftlich untersucht und bewertet.
1. Wie wirken pflanzliche Arzneimittel?
2. Definition der Wirkung pflanzlicher Arzneimittel
3. Wie wirken pflanzliche Arzneimittel im Körper?
4. Anwendung pflanzlicher Arzneimittel
5. Einzelwirkstoff oder Vielstoffgemisch – wo liegt der Unterschied?
6. Unterschied zwischen Pflanzenextrakt und Wirkstoff
7. Welche Inhaltsstoffe kommen in pflanzlichen Arzneimitteln vor?
8. Ist die Wirkung pflanzlicher Arzneimittel wissenschaftlich nachgewiesen?
Pflanzliche Arzneimittel werden seit Jahrhunderten zur Behandlung verschiedenster Beschwerden eingesetzt. Heute sind sie ein fester Bestandteil der modernen Medizin und kommen sowohl in der ärztlichen Therapie als auch in der Selbstmedikation zum Einsatz. Dennoch fragen sich viele Menschen, wodurch ihre Wirkung eigentlich entsteht und worin sie sich von synthetischen Arzneimitteln unterscheidet.
Die Wirkung pflanzlicher Arzneimittel beruht auf den natürlichen Inhaltsstoffen von Heilpflanzen. Diese Inhaltsstoffe können nach der Einnahme oder äußerlichen Anwendung biologische Prozesse im Körper beeinflussen und dadurch zur Vorbeugung, Linderung oder Behandlung bestimmter Beschwerden beitragen. Welche Wirkung ein pflanzliches Arzneimittel entfaltet, hängt von der verwendeten Heilpflanze, der Art der Herstellung und dem jeweiligen Anwendungsgebiet ab.
Anders als häufig angenommen, enthalten pflanzliche Arzneimittel meist nicht nur einen einzelnen Wirkstoff. Vielmehr bestehen sie aus einer Vielzahl natürlicher Pflanzenstoffe, die sich in ihrer Wirkung ergänzen können. Fachleute sprechen deshalb häufig von einem Vielstoffgemisch oder Multikomponenten-System. Dieses Zusammenspiel verschiedener Inhaltsstoffe gehört zu den Besonderheiten vieler Phytopharmaka.
Moderne pflanzliche Arzneimittel entstehen nicht einfach aus getrockneten Pflanzen oder Kräutern. Für ihre Herstellung werden geeignete Heilpflanzen sorgfältig ausgewählt, kontrolliert verarbeitet und nach pharmazeutischen Qualitätsstandards geprüft. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Zusammensetzung der enthaltenen Pflanzenstoffe möglichst gleichbleibend ist und das Arzneimittel reproduzierbare Eigenschaften besitzt.
Die moderne Phytotherapie verbindet traditionelles Wissen über Heilpflanzen mit den Erkenntnissen der Pharmakologie, Botanik und klinischen Forschung. Wissenschaftler untersuchen kontinuierlich, welche Inhaltsstoffe Heilpflanzen enthalten, wie diese im Körper wirken und für welche Beschwerden ihre Anwendung wissenschaftlich belegt ist. Dadurch lässt sich die Wirkung pflanzlicher Arzneimittel heute wesentlich genauer erklären und bewerten als noch vor wenigen Jahrzehnten.
Die Wirkung pflanzlicher Arzneimittel beschreibt die biologischen und pharmakologischen Prozesse, die nach der Anwendung eines pflanzlichen Arzneimittels im Körper ausgelöst werden. Verantwortlich dafür sind die natürlichen Inhaltsstoffe der verwendeten Heilpflanzen, die mit Zellen, Geweben oder Stoffwechselprozessen des Organismus in Wechselwirkung treten können.
Der Begriff „Wirkung“ umfasst dabei nicht nur den eigentlichen therapeutischen Effekt, sondern alle Vorgänge von der Aufnahme der Pflanzenstoffe über ihre Verteilung im Körper bis hin zu ihrem Abbau und ihrer Ausscheidung. Welche Wirkung erzielt wird, hängt unter anderem von der Zusammensetzung des Pflanzenextrakts, der Dosierung, der Darreichungsform und dem jeweiligen Anwendungsgebiet ab.
Einfach erklärt bedeutet das: Nach der Einnahme gelangen die pflanzlichen Inhaltsstoffe zunächst in den Körper. Dort werden sie aufgenommen, verteilt und an ihren Wirkort transportiert. Erst wenn sie mit bestimmten biologischen Strukturen – beispielsweise Enzymen, Rezeptoren oder Schleimhäuten – in Kontakt kommen, können sie ihre pharmakologische Wirkung entfalten. Dieser Ablauf unterscheidet sich grundsätzlich nicht von anderen Arzneimitteln. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass pflanzliche Arzneimittel meist zahlreiche verschiedene Inhaltsstoffe enthalten, die gemeinsam zur Wirkung beitragen können.
Damit unterscheiden sich moderne Phytopharmaka sowohl von traditionellen Hausmitteln als auch von Nahrungsergänzungsmitteln. Während beispielsweise ein Kräutertee als Lebensmittel eingestuft werden kann, enthalten zugelassene pflanzliche Arzneimittel standardisierte Pflanzenextrakte mit definierten Qualitätsanforderungen und festgelegten Anwendungsgebieten.
Die Wirkung pflanzlicher Arzneimittel wird heute weltweit wissenschaftlich untersucht. Forschungseinrichtungen, Universitäten und Arzneimittelbehörden analysieren sowohl einzelne Pflanzenstoffe als auch komplette Pflanzenextrakte, um deren Eigenschaften, Sicherheit und therapeutischen Nutzen besser zu verstehen.
Grundlage
Wirkprinzip
Arzneimittel
Wissenschaftliche Basis
Ziel
Natürliche Inhaltsstoffe aus Heilpflanzen
Beeinflussung biologischer Prozesse durch Pflanzenstoffe
Standardisierte Phytopharmaka
Pharmakologie, klinische Studien und medizinische Forschung
Vorbeugung, Linderung und Behandlung von Beschwerden
Die Wirkung pflanzlicher Arzneimittel beginnt nicht erst dann, wenn eine Beschwerde nachlässt. Bereits kurz nach der Einnahme setzt eine Reihe biologischer Prozesse ein, die darüber entscheiden, ob und wie die enthaltenen Pflanzenstoffe ihre Wirkung entfalten können. Grundsätzlich durchlaufen pflanzliche Arzneimittel dabei dieselben Schritte wie andere Arzneimittel: Die Inhaltsstoffe werden aufgenommen, im Körper verteilt, an ihren Wirkort transportiert, verstoffwechselt und schließlich wieder ausgeschieden.
Je nach Darreichungsform gelangen die Pflanzenstoffe auf unterschiedlichen Wegen in den Körper. Nach der Einnahme einer Tablette, Kapsel oder eines Saftes werden die Inhaltsstoffe zunächst im Magen-Darm-Trakt freigesetzt. Ein Teil der Wirkstoffe wird anschließend über die Darmschleimhaut aufgenommen und gelangt über den Blutkreislauf in verschiedene Organe und Gewebe. Bei Salben oder Gelen erfolgt die Aufnahme dagegen überwiegend über die Haut, während Inhalationen vor allem in den Atemwegen wirken.
Ob ein Pflanzenstoff tatsächlich seinen Wirkort erreicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem seine chemischen Eigenschaften, die Darreichungsform des Arzneimittels, die Dosierung sowie individuelle Faktoren wie Alter, Stoffwechsel oder Begleiterkrankungen. Auch Nahrungsmittel oder gleichzeitig eingenommene Medikamente können die Aufnahme einzelner Pflanzenstoffe beeinflussen.
Am Wirkort angekommen, können Pflanzenstoffe mit unterschiedlichen biologischen Strukturen interagieren. Manche beeinflussen Enzyme, andere binden an Rezeptoren auf Zelloberflächen oder wirken direkt auf Schleimhäute und Gewebe. Dadurch können beispielsweise Entzündungsprozesse, die Schleimproduktion, die Aktivität der Muskulatur oder bestimmte Stoffwechselvorgänge beeinflusst werden. Welche Mechanismen im Einzelnen beteiligt sind, hängt immer von der jeweiligen Heilpflanze und ihren Inhaltsstoffen ab.
Ein gutes Beispiel ist Thymian, dessen ätherische Öle die Bronchialschleimhaut beeinflussen und das Abhusten von Schleim unterstützen können. Baldrian enthält dagegen andere Pflanzenstoffe, die auf das Nervensystem wirken und dadurch bei nervöser Unruhe oder leichten Schlafstörungen eingesetzt werden. Pfefferminze wiederum wird vor allem wegen ihrer krampflösenden Eigenschaften bei funktionellen Verdauungsbeschwerden verwendet. Diese Beispiele zeigen, dass jede Heilpflanze über ein eigenes Inhaltsstoffprofil und damit auch über ein eigenes Wirkprinzip verfügt.
Ein weiterer Unterschied zu vielen synthetischen Arzneimitteln besteht darin, dass pflanzliche Arzneimittel häufig mehrere Inhaltsstoffe enthalten, die gleichzeitig an unterschiedlichen Stellen im Körper wirken können. Dadurch lässt sich die Wirkung oft nicht auf eine einzelne Substanz zurückführen. Vielmehr entsteht sie durch das Zusammenspiel verschiedener Pflanzenstoffe, die sich gegenseitig ergänzen oder beeinflussen können. In der Wissenschaft wird dieses Phänomen häufig als Synergieeffekt bezeichnet.
Trotzdem ist es wichtig zu betonen, dass pflanzliche Arzneimittel nicht grundsätzlich langsamer oder schwächer wirken als synthetische Medikamente. Wie schnell eine Wirkung eintritt, hängt immer vom jeweiligen Arzneimittel, den enthaltenen Pflanzenstoffen, der Dosierung und dem Anwendungsgebiet ab. Während einige Präparate bereits innerhalb kurzer Zeit wirken können, entfalten andere ihre volle Wirkung erst nach einer regelmäßigen Anwendung über mehrere Tage oder Wochen.
Die Erforschung dieser Wirkmechanismen ist ein zentraler Bestandteil der modernen Phytotherapie. Mithilfe moderner analytischer Verfahren lassen sich heute einzelne Pflanzenstoffe genau bestimmen und ihre Wechselwirkungen im Körper untersuchen. Dennoch sind nicht alle Mechanismen vollständig verstanden. Gerade weil Heilpflanzen zahlreiche verschiedene Inhaltsstoffe enthalten, ist ihre Wirkung häufig komplexer als die eines Arzneimittels mit nur einem einzelnen Wirkstoff.
Pflanzliche Arzneimittel werden heute bei einer Vielzahl gesundheitlicher Beschwerden eingesetzt. Sie finden sowohl in der Selbstmedikation als auch in der ärztlichen Behandlung Anwendung. Voraussetzung ist stets, dass das jeweilige Arzneimittel entsprechend seines zugelassenen Anwendungsgebiets verwendet wird.
Besonders häufig kommen Phytopharmaka bei leichteren oder vorübergehenden Beschwerden zum Einsatz. Dazu zählen beispielsweise Erkältungen, Husten, funktionelle Verdauungsbeschwerden, nervöse Unruhe oder leichte Schlafstörungen. Welche Heilpflanze verwendet wird, richtet sich dabei nicht nach allgemeinen Empfehlungen, sondern nach den wissenschaftlich untersuchten Anwendungsgebieten des jeweiligen Arzneimittels.
Moderne pflanzliche Arzneimittel unterscheiden sich deshalb deutlich von traditionellen Hausmitteln. Während in der Volksmedizin eine Heilpflanze oft für zahlreiche unterschiedliche Beschwerden verwendet wurde, basieren zugelassene Phytopharmaka auf definierten Pflanzenextrakten und klar festgelegten Indikationen. Dadurch können Ärztinnen und Ärzte sowie Apothekerinnen und Apotheker gezielt beraten, welches Präparat für eine bestimmte Beschwerde geeignet ist.
Welche Darreichungsform gewählt wird, hängt ebenfalls vom Anwendungsgebiet ab. Bei Husten kommen beispielsweise häufig Säfte oder Tropfen zum Einsatz, während bei Schlafstörungen Tabletten oder Dragees bevorzugt werden. Für Hauterkrankungen stehen Cremes, Salben oder Gele zur Verfügung, während bestimmte Heilpflanzen auch als Mund- und Rachenspülungen oder Inhalationslösungen verwendet werden.
Erkältung und Husten
Schlafstörungen
Nervosität und innere Unruhe
Verdauungsbeschwerden
Blasenbeschwerden
Wechseljahresbeschwerden
Thymian, Efeu, Pelargonium
Baldrian, Hopfen, Passionsblume
Melisse, Lavendel, Baldrian
Kamille, Pfefferminze, Kümmel
Bärentraubenblätter (je nach Anwendung)
Je nach Präparat unterschiedliche Heilpflanzen
*Die tatsächliche Anwendung richtet sich immer nach dem jeweiligen zugelassenen Arzneimittel und dessen Indikation.
Ein wesentlicher Unterschied zwischen vielen pflanzlichen und synthetischen Arzneimitteln liegt in ihrer Zusammensetzung. Zahlreiche chemisch hergestellte Medikamente enthalten einen einzelnen genau definierten Wirkstoff. Bei pflanzlichen Arzneimitteln besteht der wirksame Bestandteil dagegen meist aus einem standardisierten Pflanzenextrakt, der zahlreiche natürliche Inhaltsstoffe enthält.
Diese Inhaltsstoffe können unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Einige gelten als pharmakologisch besonders aktiv, andere beeinflussen möglicherweise die Aufnahme, Stabilität oder Verteilung der Wirkstoffe im Körper. Deshalb wird angenommen, dass die Gesamtwirkung eines Pflanzenextrakts häufig durch das Zusammenwirken mehrerer Pflanzenstoffe entsteht.
Dieses sogenannte Vielstoffprinzip ist eines der charakteristischen Merkmale vieler Phytopharmaka. Es bedeutet jedoch nicht, dass jeder enthaltene Pflanzenstoff gleichermaßen wirksam ist oder dass pflanzliche Arzneimittel grundsätzlich wirksamer sind als Arzneimittel mit einem Einzelwirkstoff. Beide Konzepte beruhen auf unterschiedlichen pharmakologischen Ansätzen und können – abhängig von der Erkrankung – jeweils Vor- und Nachteile haben.
Aus diesem Grund untersucht die moderne Forschung nicht nur einzelne Pflanzenstoffe, sondern häufig den gesamten Pflanzenextrakt. Klinische Studien beziehen sich daher in der Regel auf das fertige Arzneimittel und nicht auf isolierte Bestandteile. Nur so lässt sich beurteilen, ob ein bestimmter standardisierter Extrakt tatsächlich wirksam und sicher ist.
Die Begriffe Pflanzenextrakt und Wirkstoff werden häufig gleichgesetzt. Tatsächlich beschreiben sie jedoch unterschiedliche Dinge und gehören zu den wichtigsten Grundlagen der modernen Phytotherapie.
Ein Wirkstoff ist eine Substanz, die im Körper eine bestimmte pharmakologische Wirkung hervorruft. Bei vielen synthetischen Arzneimitteln besteht das Präparat aus genau einem definierten Wirkstoff. Dieser wird chemisch hergestellt oder isoliert und gezielt für eine bestimmte therapeutische Wirkung eingesetzt.
Ein Pflanzenextrakt dagegen ist ein Auszug aus einer Heilpflanze. Für seine Herstellung werden bestimmte Pflanzenteile – beispielsweise Blätter, Blüten, Wurzeln oder Früchte – mit geeigneten Lösungsmitteln verarbeitet. Dabei gehen zahlreiche natürliche Inhaltsstoffe in den Extrakt über. Welche Stoffe enthalten sind, hängt unter anderem von der verwendeten Heilpflanze, dem Pflanzenteil und dem Herstellungsverfahren ab.
Moderne Phytopharmaka verwenden standardisierte Pflanzenextrakte. Das bedeutet, dass Herstellung und Qualitätskontrolle so erfolgen, dass die Zusammensetzung der relevanten Inhaltsstoffe innerhalb festgelegter Grenzen konstant bleibt. Dadurch können Wirksamkeit und Sicherheit besser untersucht und die Qualität verschiedener Produktionschargen sichergestellt werden.
Die wissenschaftliche Forschung beschäftigt sich sowohl mit einzelnen Pflanzenstoffen als auch mit vollständigen Extrakten. Während isolierte Wirkstoffe helfen, bestimmte Wirkmechanismen besser zu verstehen, untersuchen klinische Studien meist den gesamten Pflanzenextrakt. Schließlich entspricht dieser dem Arzneimittel, das später auch Patientinnen und Patienten anwenden.
Einzelne pharmakologisch wirksame Substanz
Besteht aus einer definierten chemischen Verbindung
Grundlage vieler synthetischer Arzneimittel
Wirkung überwiegend durch einen einzelnen Wirkstoff
Einzelne pharmakologisch wirksame Substanz
Besteht aus einer definierten chemischen Verbindung
Grundlage vieler synthetischer Arzneimittel
Wirkung überwiegend durch einen einzelnen Wirkstoff
Auszug aus einer Heilpflanze
Enthält zahlreiche Pflanzenstoffe
Grundlage vieler Phytopharmaka
Zusammenspiel mehrerer Inhaltsstoffe
Auszug aus einer Heilpflanze
Enthält zahlreiche Pflanzenstoffe
Grundlage vieler Phytopharmaka
Zusammenspiel mehrerer Inhaltsstoffe
Die Begriffe ergänzen sich also: Ein Pflanzenextrakt enthält verschiedene Wirkstoffe und weitere natürliche Inhaltsstoffe, die gemeinsam die Eigenschaften eines pflanzlichen Arzneimittels bestimmen.
Heilpflanzen bilden im Laufe ihres Wachstums eine große Zahl natürlicher Inhaltsstoffe. Viele dieser Stoffe dienen der Pflanze als Schutz vor Schädlingen, Krankheiten oder Umwelteinflüssen. Einige besitzen zugleich pharmakologische Eigenschaften und bilden die Grundlage pflanzlicher Arzneimittel.
Zu den wichtigsten Inhaltsstoffgruppen gehören Flavonoide, ätherische Öle, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Schleimstoffe und Saponine. Darüber hinaus enthalten manche Heilpflanzen Alkaloide, Cumarine oder andere sekundäre Pflanzenstoffe. Welche Stoffgruppen vorkommen, ist von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich.
Flavonoide zählen zu den am besten untersuchten sekundären Pflanzenstoffen und kommen in zahlreichen Heilpflanzen vor. Ätherische Öle verleihen vielen Pflanzen ihren charakteristischen Duft und spielen beispielsweise bei Thymian, Pfefferminze oder Lavendel eine wichtige Rolle. Gerbstoffe besitzen zusammenziehende Eigenschaften und werden unter anderem in Heilpflanzen für Haut und Schleimhäute genutzt. Bitterstoffe regen verschiedene Verdauungsvorgänge an, während Schleimstoffe schützende Filme auf Schleimhäuten bilden können.
Welche Inhaltsstoffe letztlich im fertigen Arzneimittel enthalten sind, hängt nicht nur von der Heilpflanze selbst ab. Auch der verwendete Pflanzenteil, der Erntezeitpunkt, die Lagerung und insbesondere das Herstellungsverfahren beeinflussen die Zusammensetzung des Pflanzenextrakts. Deshalb gelten für die Herstellung pflanzlicher Arzneimittel strenge pharmazeutische Qualitätsanforderungen.
Wichtig ist außerdem: Das bloße Vorhandensein eines bestimmten Pflanzenstoffs bedeutet noch nicht, dass eine medizinische Wirkung nachgewiesen ist. Entscheidend ist, ob für den jeweiligen standardisierten Pflanzenextrakt wissenschaftliche Untersuchungen vorliegen, die Wirksamkeit und Sicherheit für ein bestimmtes Anwendungsgebiet belegen.
Ja – allerdings nicht in gleichem Umfang für alle Heilpflanzen und alle Anwendungsgebiete. Die wissenschaftliche Datenlage hängt davon ab, wie intensiv eine Heilpflanze erforscht wurde und welche Untersuchungen zu dem jeweiligen Arzneimittel vorliegen.
Die Erforschung pflanzlicher Arzneimittel beginnt häufig im Labor. Dort analysieren Wissenschaftler zunächst die Inhaltsstoffe einer Heilpflanze und untersuchen deren mögliche Wirkmechanismen. Anschließend folgen pharmakologische Untersuchungen sowie – wenn ausreichend Daten vorliegen – klinische Studien am Menschen. Erst durch diese Kombination verschiedener Forschungsansätze lässt sich beurteilen, ob ein pflanzliches Arzneimittel tatsächlich wirksam und sicher ist.
Neben klinischen Studien spielt auch die jahrzehntelange medizinische Anwendung eine Rolle. In Europa gibt es deshalb unterschiedliche Zulassungs- und Registrierungsverfahren für pflanzliche Arzneimittel. Während einige Präparate auf umfangreichen wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweisen beruhen, werden andere als traditionelle pflanzliche Arzneimittel registriert. Voraussetzung dafür ist unter anderem eine langjährige medizinische Anwendung, die auf eine plausible Wirksamkeit und ausreichende Sicherheit schließen lässt. Beide Kategorien unterliegen gesetzlichen Anforderungen, unterscheiden sich jedoch hinsichtlich der Art der erforderlichen Nachweise.
Die wissenschaftliche Bewertung erfolgt durch nationale und internationale Fachgremien. Zu den wichtigsten Institutionen gehören die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), das Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), die European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP) sowie die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie bewerten fortlaufend die verfügbare Evidenz und veröffentlichen wissenschaftliche Monographien zu zahlreichen Heilpflanzen.
Interner Link: Zulassung pflanzlicher Arzneimittel
Die Forschung entwickelt sich kontinuierlich weiter. Moderne Analysemethoden ermöglichen es, Pflanzenextrakte immer genauer zu untersuchen und ihre Wirkmechanismen besser zu verstehen. Gleichzeitig liefern neue klinische Studien zusätzliche Erkenntnisse über Wirksamkeit, Sicherheit und geeignete Anwendungsgebiete. Dadurch wächst die wissenschaftliche Grundlage der Phytotherapie stetig – auch wenn für einzelne Heilpflanzen weiterhin Forschungsbedarf besteht.
Pflanzliche Arzneimittel nehmen heute einen festen Platz in der modernen Medizin ein. Für zahlreiche Heilpflanzen liegen wissenschaftliche Untersuchungen zu ihren Inhaltsstoffen, ihrer Qualität und ihren Anwendungsgebieten vor. Gleichzeitig profitieren viele Phytopharmaka von jahrzehntelanger medizinischer Erfahrung, die durch moderne Forschung kontinuierlich ergänzt wird.
Ein wichtiger Vorteil pflanzlicher Arzneimittel besteht darin, dass sie auf standardisierten Pflanzenextrakten basieren. Dadurch lassen sich Qualität und Zusammensetzung der relevanten Inhaltsstoffe möglichst konstant halten. Anders als häufig angenommen, handelt es sich bei modernen Phytopharmaka daher nicht um beliebige Naturprodukte, sondern um Arzneimittel, die nach pharmazeutischen Qualitätsstandards hergestellt und kontrolliert werden.
Darüber hinaus steht für viele Beschwerden eine Auswahl unterschiedlicher pflanzlicher Arzneimittel zur Verfügung. Je nach Anwendungsgebiet werden beispielsweise Tabletten, Kapseln, Tropfen, Säfte, Tees, Salben oder Gele eingesetzt. Welche Darreichungsform sinnvoll ist, hängt von der jeweiligen Erkrankung und dem zugelassenen Arzneimittel ab.
Trotz ihrer natürlichen Herkunft besitzen pflanzliche Arzneimittel jedoch auch Grenzen. Nicht jede Heilpflanze ist gleichermaßen gut wissenschaftlich untersucht, und nicht jedes Präparat eignet sich für jede Erkrankung. Schwere oder akute Krankheiten erfordern häufig andere oder ergänzende medizinische Behandlungen. Auch der Begriff „natürlich“ bedeutet nicht automatisch „nebenwirkungsfrei“.
Wie alle Arzneimittel können auch Phytopharmaka unerwünschte Wirkungen hervorrufen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten verursachen. Deshalb sollten sie entsprechend der Packungsbeilage oder nach Rücksprache mit Ärztinnen, Ärzten oder Apothekerinnen und Apothekern angewendet werden. Eine eigenständige Behandlung ernsthafter oder länger anhaltender Beschwerden sollte vermieden werden.
Pflanzliche Arzneimittel enthalten natürliche Inhaltsstoffe aus Heilpflanzen. Nach der Einnahme werden diese vom Körper aufgenommen, zu ihrem Wirkort transportiert und können dort biologische Prozesse beeinflussen. Häufig entsteht die Wirkung durch das Zusammenspiel mehrerer Pflanzenstoffe.
Heilpflanzen bilden von Natur aus zahlreiche verschiedene Inhaltsstoffe. Viele pflanzliche Arzneimittel enthalten deshalb standardisierte Pflanzenextrakte und nicht nur einen einzelnen isolierten Wirkstoff. Welche Stoffe zur Wirkung beitragen, hängt von der jeweiligen Heilpflanze und dem Arzneimittel ab.
Nach der Einnahme werden die Inhaltsstoffe eines pflanzlichen Arzneimittels im Magen-Darm-Trakt freigesetzt. Ein Teil der Pflanzenstoffe wird über die Darmschleimhaut aufgenommen und über den Blutkreislauf an den Wirkort transportiert. Bei Salben oder Gelen erfolgt die Aufnahme überwiegend über die Haut.
Das hängt vom jeweiligen Arzneimittel und seinem Anwendungsgebiet ab. Einige pflanzliche Arzneimittel entfalten ihre Wirkung bereits nach kurzer Zeit, andere benötigen eine regelmäßige Anwendung über mehrere Tage oder Wochen, bis sich der gewünschte Effekt entwickelt. Maßgeblich sind dabei die Eigenschaften der enthaltenen Pflanzenstoffe und die empfohlene Dosierung.
Für viele pflanzliche Arzneimittel liegen pharmakologische Untersuchungen, klinische Studien und wissenschaftliche Bewertungen vor. Wie umfangreich die Evidenz ist, unterscheidet sich jedoch je nach Heilpflanze und Anwendungsgebiet.
Ja. Auch pflanzliche Arzneimittel können Nebenwirkungen verursachen oder mit anderen Medikamenten wechselwirken. Deshalb sollten sie immer entsprechend den Anwendungshinweisen und gegebenenfalls nach medizinischer Beratung angewendet werden.
Pflanzliche Arzneimittel wirken durch die natürlichen Inhaltsstoffe von Heilpflanzen und deren Wechselwirkungen im menschlichen Körper. Nach der Aufnahme werden die Pflanzenstoffe an ihren Wirkort transportiert und können dort unterschiedliche biologische Prozesse beeinflussen. Charakteristisch für viele Phytopharmaka ist, dass ihre Wirkung nicht auf einer einzelnen Substanz, sondern häufig auf dem Zusammenspiel mehrerer Inhaltsstoffe beruht.
Moderne pflanzliche Arzneimittel werden nach strengen pharmazeutischen Qualitätsstandards hergestellt und wissenschaftlich untersucht. Gleichzeitig unterscheidet sich die Studienlage je nach Heilpflanze und Anwendungsgebiet. Deshalb sollten Phytopharmaka immer entsprechend ihrer zugelassenen Indikation eingesetzt werden. Wer versteht, wie pflanzliche Arzneimittel wirken und wodurch sich ihre Eigenschaften erklären lassen, kann ihre Möglichkeiten und Grenzen besser einordnen und sie verantwortungsvoll anwenden.
Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA)
Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC)
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP)
Weltgesundheitsorganisation (WHO)
PubMed – wissenschaftliche Publikationen zu pflanzlichen Arzneimitteln
Fachliteratur zu Pharmakognosie, Pharmakologie und Phytotherapie
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche, pharmazeutische oder medizinische Beratung.
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Grundlage
Verwendung
Wissenschaftliche Basis
Ziel
Pflanzen mit medizinisch nutzbaren Inhaltsstoffen
Natürliche Pflanzenstoffe wie Flavonoide oder ätherische Öle
Ausgangsstoff für pflanzliche Arzneimittel und Phytopharmaka
Traditionelle Erfahrungen und moderne Forschung
Vorbeugung, Linderung und Behandlung von Beschwerden
Auszug aus einer Heilpflanze
Enthält zahlreiche Pflanzenstoffe
Grundlage vieler Phytopharmaka
Zusammenspiel mehrerer Inhaltsstoffe
Einzelne pharmakologisch wirksame Substanz
Besteht aus einer definierten chemischen Verbindung
Grundlage vieler synthetischer Arzneimittel
Wirkung überwiegend durch einen einzelnen Wirkstoff
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Wissenschaftliche Basis
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Pflanzen mit medizinisch nutzbaren Inhaltsstoffen
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